­Neues Online-Magazin beleuchtet Leben zwischen Großstadt und ländlichem Raum

„urbanes Land“ – dieser Begriff beschreibt Regionen zwischen Großstadt und Dorf, Industrieunternehmen und Landwirtschaft. Millionen Menschen in Europa leben in solchen Gebieten, zu denen Oberschwaben und weite Teile des deutschen Südens zählen. Forschende der Hochschule Biberach beschäftigen sich damit, wie Wohnen, Arbeiten und Mobilität dort nachhaltig gestaltet werden können. Im Rahmen des Verbundprojekts InnoSÜD hatte das Team im September 2019 Fachleute aus der ganzen Welt zu einer Konferenz nach Ulm geladen. Dieser Austausch wird nun im Internet fortgesetzt: In Form eines Online-Magazins mit der Fachzeitschrift „topos“ – The International Review of Landscape Architecture and Urban Design. HBC-Wissenschaftlerin Prof. Ute Meyer und topos-Redakteurin Anja Koller erklären die Idee.

Prof. Meyer, Frau Koller, was ist das Besondere an dem Magazin?

Anja Koller: Das Online-Magazin „Transforming Peripheries“ vermittelt auf journalistisch abwechslungsreiche, gestalterisch anspruchsvolle und interaktive Weise ein Thema, das unsere topos-Leser – also Landschaftsarchitekten, Stadtplaner, Architekten – aber auch Professionen darüber hinaus interessiert. Urbanes Land hat eine politische, soziologische, ökonomische, kulturelle und historische Dimension, man muss sich dem Thema also interdisziplinär nähern. Das tun wir bei topos und in dem neuen Magazin. Mit Podcasts, Interviews, Fotostories, Videos und Diskussionsangeboten über Social Media möchten wir den interdisziplinären Austausch von Fachleuten auf regionaler und internationaler Ebene fördern – denn die Diskussion des urbanen Landes kennt keine Grenzen.

Ute Meyer: Interessant an dieser Grenzenlosigkeit ist auch, dass damit Regionen wie z.B. Oberschwaben – das aus baden-württembergischer Sicht zwar als wirtschaftsstark, aber dennoch peripher wahrgenommen wird – ins Zentrum einer Diskussion rücken, die viel mehr umfasst als  eine Landes- oder nationale Perspektive. Auf der Ebene der großen Städte haben sich Netzwerke zum Wissensaustausch etabliert, die wesentliche Beiträge zum Thema Nachhaltigkeit leisten  Mit dem Online-Magazin möchten wir diesen Wissensaustausch auch für das urbane Land anstoßen: Als Plattform für eine Begegnung „auf Augenhöhe“ zwischen der Fachwelt und einer breiten interessierten Leserschaft aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Prof. Meyer, wie ist das Magazin in Ihre Forschungen eingebunden?

Ute Meyer: Mit der Wortschöpfung „urbanes Land“ haben wir am Institut vor drei Jahren absichtlich einen Begriff gefunden, von dem wir hofften, dass er auch außerhalb der Fachwelt Interesse auslöst. Es gab und gibt Forschung zu diesen Stadt-Landschaftsräumen ja seit vielen Jahrzehnten. Daran knüpfen wir an. Globale Verflechtungen oder Themen wie soziale Ungleichheit oder die dringend notwendige Kontrolle unseres Ressourcenverbrauchs prägen den Alltag der Menschen auch außerhalb großer Städte. Wir sind überzeugt davon, dass Forschung in einen intensiven, inspirierenden Austausch mit diesem „Feldwissen“ treten muss – und setzen deshalb neben klassischen Forschungsformaten auch auf den Dialog über Social media oder neue interaktive Formate wie das Online-Magazin, um so den Wissenstransfer zwischen Hochschule und Gesellschaft zu erleichtern.

Frau Koller, was macht für Sie diese Kooperation interessant?

Anja Koller: Zahlreiche Projekte und Publikationen befassen sich mit dem Lebens- und Arbeitsraum zwischen Stadt und Land. Doch auch hier findet Veränderung statt und Konzepte müssen neu- bzw. weitergedacht werden. Deshalb freuen wir uns, zusammen mit der Hochschule Biberach diese neue Online-Plattform zu gestalten, um aktuelle Ansätze zum urbanen Land zu diskutieren.

Online-Magazin „transforming peripheries“

Alle 1-2 Wochen gibt es neue Inhalte auf der Projekt-Webseite. Kostenlos lesen, hören und ansehen kann man sie unter: http://urbanesland.toposmagazine.com